»Ich bin sehr stolz darauf, dass manche Leute glauben, ich sei eine Gefahr für die geistige »Gesundheit« der Studenten. Wenn Menschen anfangen, bei geistigen Aktivitäten über Gesundheit nachzudenken, dann ist etwas faul. In ihren Augen bin ich eine Infektionsquelle: ein Kryptomarxist, ein Irrationalist oder ein Nihilist..« (Foucault, DE IV (2005) 963)
»Was kann die Ethik eines Intellektuellen sein — ich nehme diesen Ausdruck Intellektueller für mich in Anspruch, der einigen derzeit übel aufzustoßen scheint —, wenn nicht dies: sich permanent fähig zu machen, sich von sich selbst loszulösen (was das Gegenteil zu der Haltung eines Konvertiten ist)?« (Foucault, DE IV (2005) 834)
»[…] aber ich begreife das, was ich tue, überhaupt nicht als ein Werk, und ich bin schockiert bei dem Gedanken, dass man mich einen Schriftsteller nennen könnte. Ich bin ein Händler von Instrumenten, ein Verfasser von Rezepten, ein Wegweiser von Zielen, ein Kartograph, ein Verräter von Plänen, ein Waffenfabrikant …« (Foucault, DE IV (2005) 895)
»Es kann schon sein, dass meine Arbeit etwas mit Philosophie zu tun hat, vor allem soweit Philosophie zumindest seit Nietzsche eine diagnostische Aufgabe wahrnimmt und keine für jedermann und alle Zeiten gültigen Wahrheiten mehr zu formulieren versucht. Ich bemühe mich um eine Diagnose der Gegenwart; ich versuche zu sagen, was wir heute sind und was das, was wir heute sagen, bedeutet. Diese Ausgrabungsarbeit unter unseren eigenen Füßen ist seit Nietzsche typisch für das zeitgenössische Denken, und in diesem Sinne kann ich mich als Philosophen bezeichnen.« (Foucault, DE I (2001) 834)
» Es handelt sich, das sei noch einmal wiederholt, um eine Trasse der Verschiebung, das heißt um eine Trasse und nicht um ein theoretisches Gebäude, doch um eine Verschiebung, durch die meine theoretischen Positionen sich unaufhörlich verändern. Es gibt immerhin negative Theologien. Sagen wir, ich bin ein negativer Theoretiker. « (Foucault, VL 79/89 (2014) 112)
Eure Polys im Dezember 2023