Unser erstes Jahr im Garten stand ganz im Zeichen der ersten Versuche:
Was wächst wo?
Welche Pflanzen brauchen eigentlich wie viel Pflege?
Wann pflanze ich was?
Und ganz grundsätzlich: Wie wollen wir unseren Garten in den nächsten Jahren gestalten, welche Flächen nutzen wir für den Anbau von Obst und Gemüse, welche zum Spielen und Ausruhen, welche für die Hühner?
Unser Schwerpunkt lag daher auf möglichst anspruchslosen Obst- und Gemüsesorten.
Ein kleiner Kartoffelacker wurde mit viel Körpereinsatz angelegt.
Dort konnten dann am Fenster vorgekeimte Kartoffeln gesteckt werden. Anhäufeln nicht vergessen, damit die neu wachsenden Kartoffeln auf keinen Fall Sonnenlicht bekommen!
Der heiße, trockene Sommer erforderte regelmäßiges Gießen, und ein paar Kartoffelkäfer haben wir freundlich vertrieben.
Am Ende konnten wir zwei volle Eimer Kartoffeln aus der Erde buddeln, ganz ohne Pestizide gewachsen und sehr schmackhaft.
Himbeersträucher haben wir im Garten schon vorgefunden und auch noch welche hinzusetzt. Himbeeren wollen ranken, also brauchen sie eine Art Klettergerüst. Die Ernte war noch sehr bescheiden, im nächsten Gartenjahr brauchen sie anscheinend mehr Aufmerksamkeit, oder einen neuen Platz mit mehr Sonnenlicht. Das werden wir auf alle Fälle ausprobieren.
Ein weiteres ergiebiges Projekt ist der kleine Kräutergarten rund um den Birnbaum im vorderen Gartenteil. Beständig haben wir weitere Kräuter hinzugesetzt, gegossen, gehegt. Und das Ergebnis war farbenfroh und schmackhaft! Basilikum, Thymian, Pfefferminze, Borretsch, Ringelblume und Lavendel wachsen dort. Dazu noch einige bienenfreundliche Blumen, und schon summt und brummt es im Garten.
Eher zufällig haben wir eine große Menge an Kürbissen ernten können. Der Kompost erwies sich als optimaler Ort für diese Pflanzen, und so leuchtete es bis zum ersten Frost kräftig orange in unserem Garten. Hier werden wir im nächsten Jahr darauf achten, diese sehr raumgreifenden Pflanzen viel stärker zu beschneiden, um dann hoffentlich größere Kürbisse zu ernten.
Unsere ersten Versuche mit Tomaten, deren Samen wir von einem befreundeten Projekt bekommen hatten, verliefen dagegen nicht ganz so ertragreich. Zwar standen sie geschützt vor Regen, doch offensichtlich waren ihre Töpfe zu klein und die Sonneneinstrahlung zu gering. Die im warmen vorgezogenen Pflänzchen wuchsen zwar kräftig in die Höhe, trugen jedoch zumeist nur wenige Tomaten, die sehr langsam reif wurden. Im nächsten Jahr werden wir sie gleich ins Freiland pflanzen und dazu eine widerstandsfähige Sorte heraussuchen.
Der Ertrag der Obstbäume fiel deutlich geringer aus als im letzten Jahr. Ein paar Augustäpfel, die schon im Juli reif waren; Kirschen, die voller Würmer waren. Von unseren Birnenbäumen trug nur einer wirklich nutzbare Mengen. Die Birnen waren allerdings ziemlich hart und trocken. Einen großen Teil haben wir daher zu Birnenmus oder Birnenchutney verkocht, denn in dieser Form schmecken sie ganz ausgezeichnet. Von den vier kleinen Bäumen (2x Zwetschge, Apfel, Walnuss), die wir bereits im letzten Herbst gepflanzt hatten, trug nur die Mirabelle, die sich als Zwetschge herausstellte, bereits fünf Früchte.
Was konnten wir noch ernten? Ein paar Erdbeeren von den Pflanzen, die wir schon im letzten Herbst gesetzt hatten. Viele Pflanzen haben Ableger gebildet, so dass wir im nächsten Frühling deutlich mehr pflücken können sollten. Ein bißchen Wein zum Wegnaschen – der Wein muss auch im nächsten Jahr unbedingt wieder beschnitten werden, das hat ihm sehr gut getan. Ein paar Bohnen – zu spät und viel zu wenige gesteckt, das merken wir uns für nächstes Jahr.
Grundsätzlich werden wir uns noch mal Gedanken über das Düngen machen müssen. Unsere Böden sind sehr sandig und damit wenig nährstoffreich. In diesem Jahr haben wir immer mal wieder Kaffeesatz auf den Beeten verteilt, die Kartoffeln leidglich ein Mal mit Brennesseljauche beglückt. Da wir im Ort einen Reitstall haben, sollte es ein leichtes sein, von dort Pferdemist für unsere überschaubaren Beete zu bekommen.